Lohnt es sich heute noch selber zu nähen?
Wer Kinder hat, der weiß, wie schnell eine Hose reißt oder der Reißverschluss der Jacke sich verabschiedet. Die Dienstleistungen, über die man das beheben lassen kann, haben inzwischen so stolzen Preise, dass es fast günstiger ist, sich gleich ein neues Kleidungsstück zu kaufen. Wer selber nähen kann, ist hier im Vorteil. Mit ein paar kleinen Tricks kann jedermann kleinere Defekte an der Kleidung selbst beheben. Sicher benötigt man dafür eine Nähmaschine, doch das ist heute keine große Investition mehr. Eine gute Haushaltsnähmaschine mit vielen Nutzstichen bekommt man schon für unter hundert Euro und das benötigte Zubehör liegt inzwischen bei den meisten Supermärkten in den Regalen des Non-Food Bereiches. Um nähen lernen zu können, bedarf es auch keines großen Aufwandes. Allein schon in der Bedienungsanleitung der Nähmaschinen findet man viele hilfreiche Tipps. In der Buchhandlung oder im Internet kann man sich ein Schneiderbuch bestellen, wo bei einigen Exemplaren die Arbeitsgänge bis ins kleinste Detail geschildert und mit Grafiken illustriert sind. Auch das ist eine Geldausgabe, wenn man gegenüberstellt, wie viel Geld man mit dem Nähen sparen kann. Auch verschiedene Ratgeberseiten im Internet beschäftigen sich mit dem Thema Schneiderei. Dort sind oft Foren angeschlossen, wo man sich noch kleine Tipps von den Fortgeschrittenen und Experten holen kann. Die gibt es auch, wenn man sich besondere Kleidung komplett selber nähen möchte. Häufig ist der Zuschnitt das Problem. Da gibt es mehrere Möglichkeiten. Entweder man schaut, wo man ein geeignetes Schnittmuster findet. Hierzu gibt es verschiedene Zeitschriften auf dem Markt. Oder man wirft einen Blick in die Programme der Volkshochschulen. Auch dort werden oft Lehrgänge zum Thema Nähen angeboten, in deren Rahmen man auch die Grundlagen der Schnittmusterkonstruktion erlernen kann. Eine andere Variante ist es, gut sitzende ältere Kleidung, die man ohnehin wegwerfen möchte, aufzutrennen und die Maße und Formen dort abzunehmen. Das kann man machen, indem man die Stoffteile auf ein Blatt Packpapier oder einen größeren Tapetenrest legt und mit einem Stift nachzeichnet. Vorsicht ist geboten bei dehnbaren Materialien. Sie sind als Mustervorlage nur bedingt geeignet. Leinen, Jeansstoff und ähnliche Materialien sind vor allem für den Anfänger bei der Schnittmusterabnahme die deutlich bessere Wahl. © Beatrice Stefek – Fotolia.com |
